Dachsanierung
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Jedes Jahr sanieren tausende Bundesbürger ihr Eigenheim, teilweise aufgrund bautechnischer Schäden, die sich mit der Zeit ergeben haben, teils aber auch im Hinblick auf eine mögliche Energiekostenersparnis. Übergangen wird dabei jedoch oft das Dach. Warum dieses jedoch besonders wichtig ist, erklären wir hier. Viele wissen nicht: Durch die Dachdämmung verringert sich der Energieverbrauch deutlich, denn ein nicht isoliertes Haus verliert insbesondere über das Obergeschoss sehr viel Wärme. Bei einem herkömmlichen Einfamilienhaus beträgt der Wärmeverlust über die Dachfläche rund 20 bis 40 Prozent. Eine Dachdämmung bringt eine Ersparnis von etwa 30 Prozent. Das entspricht in etwa 4,7 Litern Heizöl je Quadratmeter. Welche Möglichkeiten gibt es zur Dachisolierung bzw. Dachdämmung? Es gibt verschiedene Arten, ein Dach zu dämmen. Die Unterschiede ergeben sich nicht nur hinsichtlich des verwendeten Materials, sondern schlagen sich auch in den Kosten nieder. Sinnvoll ist vor allem eine zusätzliche Dampfsperre, die das Eindringen von Feuchtigkeit aus dem Innenraum verhindert. Sie wird an der Innenfläche der Dämmung angebracht.

Die Aufsparrendämmung

Bei der Aufsparrendämmung wird das Isoliermaterial über den Sparren befestigt. Eine solche Dachisolierung ist sehr wirkungsvoll, Wohnraum geht nicht verloren. Diese Art der Dämmung wird vor allem bei einer Neueindeckung angewandt, weil die Dachziegel ohnehin aufgebracht werden. Wegen der starken Temperaturwechsel im äußeren Bereich ist der Einsatz dimensionsstabiler Platten wichtig, damit lassen sich auf Dauer Risse vermeiden. Häufig werden Produkte aus Hartschaum verwendet. Die Aufsparrendämmung ist eine sehr wirkungsvolle, aber auch verhältnismäßig kostspielige Variante, die sich bei Neu- und Altbauten anwenden lässt. Da das Isoliermaterial aufträgt, entstehen bei Reihenbauten im Bereich des Dachs mitunter Höhenunterschiede, die die Optik negativ beeinflussen.

Die Auflattdämmung

Bei der Auflattdämmung liegen die Isolierplatten sowohl über den Sparren als auch über den Dachlatten. Dadurch ist eine lückenlose Dämmung möglich, so dass keine Wärmebrücken entstehen. Da der Dachstuhl sichtbar bleibt, kann man die Balken leichter auf Schädlinge hin untersuchen und hat auch ansonsten großzügige Gestaltungsfreiheiten. Die Auflattdämmung schützt zudem die Dachlatten vor der Witterung und das Ziegelgewicht verteilt sich über das gesamte Dach.

Die Untersparrendämmung

Die Untersparrendämmung ist eine Isoliermethode, bei der sich das Dämmmaterial unter den Dachsparren befindet. Praktisch sind vor allem jene Dämmplatten, die bereits mit einer Verkleidung geliefert werden. Die Untersparrendämmung ist relativ günstig, ohne Verkleidung gibt es die Isolierung bereits für rund 50 Euro pro Quadratmeter. Sie eignet sich auch sehr gut zur nachträglichen Wärmedämmung mit jeder Art von Dacheindeckung, egal ob klassische Dachpfannen, Trapezbleche etc. Durch die auf der Innenseite angebrachten Platten verringert sich jedoch der Wohnraum. Die Anbringung ist deshalb vor allem dann sinnvoll, wenn man im Dachgeschoss auf ein wenig Platz verzichten kann.

Die Zwischensparrendämmung

Bei dieser Art der Dachabdichtung befindet sich das Isoliermaterial zwischen den Sparren. Der Nachteil ist, dass man das Dachgeschoss nur mit einer zusätzlichen Verkleidung nutzen kann. Sind die Dachsparren zu klein, dann kann es durchaus sein, dass die Dämmdicke nicht ausreichend ist – in diesem Fall ist die Verstärkung der Dachsparren zu empfehlen. Die Zwischensparrendämmung ist eine kostengünstige Alternative, zudem besteht die Möglichkeit, die Wärmedämmung nachträglich zu installieren. Auch bei dieser Methode verkleinert sich der Wohnraum geringfügig.

Materialempfehlung: Dachdämmung mit Hanf

Ökologisch sehr wertvoll ist die Dämmung mit Hanf. Das Isoliermaterial besteht aus dem Stroh und den Fasern der Hanfpflanze und somit aus einem nachwachsenden Rohstoff. Dieses Naturprodukt ist gesundheitlich unbedenklich und wird bereits seit mehreren Jahrhunderten als Baumaterial verwendet. Die offenporige Zellstruktur nimmt überschüssige Feuchtigkeit auf und gibt sie bei Bedarf wieder ab. Dadurch verbessert sich letztendlich auch das Raumklima. Der Hanf ist als Rollenware, Matte, loses Material und als Klemmfilz erhältlich.

Abschließender Tipp: Die Dämmung der Geschossdecke

Wer das Dachgeschoss selten nutzt, kann auch die oberste Geschossdecke isolieren. Diese Methode ist sehr günstig. Der Boden wird dabei mit Dämmstoff ausgelegt, wobei eine Dampfsperre nicht unbedingt erforderlich ist. Eine trittfeste Dämmung erlaubt das Begehen des Dachbodens.